Mittwoch, 01.07.2026

Bargeld bleibt ein zentraler Bestandteil des Zahlungsverkehrs: Was die neuen Zahlungsstudien für Banken, Handel und Wertdienstleister bedeuten

Customer's hands receiving a small brown paper bag from a shop employee.

Die aktuelle Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“ der Deutschen Bundesbank zeigt eine historische Entwicklung im deutschen Zahlungsverkehr: Erstmals werden im Alltag mehr Zahlungen bargeldlos als mit Bargeld abgewickelt. Gleichzeitig bestätigt die Studie jedoch auch, dass Bargeld weiterhin eine zentrale Rolle im täglichen Leben spielt. Die Ergebnisse werden durch aktuelle Zahlen des EHI Retail Institute ergänzt, die insbesondere den starken Anstieg mobiler Bezahlverfahren belegen.  

Dabei betrachten beide Studien unterschiedliche Bereiche des Zahlungsverkehrs: Während die Bundesbank das Zahlungsverhalten bei Alltagszahlungen insgesamt untersucht, analysiert das EHI Retail Institute ausschließlich den stationären Einzelhandel. Die Ergebnisse ergänzen sich daher und liefern gemeinsam ein umfassendes Bild der aktuellen Entwicklung. 

Erstmals überwiegen bargeldlose Zahlungen 

Laut der Bundesbank wurden im Jahr 2025 bereits 55 Prozent aller erfassten Einkäufe bargeldlos bezahlt. Bargeld kam bei 45 Prozent der Zahlungen zum Einsatz und verlor damit sechs Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2023. Damit wurden erstmals über alle betrachteten Alltagszahlungen hinweg mehr Transaktionen bargeldlos als mit Bargeld abgewickelt. 

Die Debitkarte bleibt nach Bargeld das zweitwichtigste Zahlungsmittel, während mobile Bezahlverfahren wie das Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch ihren Anteil deutlich ausbauen konnten.  

Besonders bemerkenswert: Mobile Bezahlverfahren wurden bereits bei zehn Prozent aller Zahlungen genutzt. Auch internetbasierte Zahlungsdienste konnten ihren Anteil verdoppeln. Die Entwicklung zeigt deutlich, dass Verbraucher zunehmend digitale und komfortable Zahlungsmöglichkeiten in ihren Alltag integrieren. 

Bargeld liegt im stationären Einzelhandel weiterhin knapp vorne 

Trotz sinkender Nutzungsanteile bleibt Bargeld ein wichtiger Bestandteil des Zahlungsverkehrs. Die EHI-Daten für den stationären Einzelhandel zeigen, dass Bargeld bei der Anzahl der Einkäufe weiterhin knapp vor den Kartenzahlungen liegt. 

Darüber hinaus spielt es weiterhin eine wichtige Rolle bei Zahlungen zwischen Privatpersonen, bei Spenden und in zahlreichen Alltagssituationen. Insbesondere im stationären Einzelhandel wird bei der Anzahl der Einkäufe weiterhin etwas häufiger bar als unbar bezahlt. 

Auch die Akzeptanz von Bargeld ist nach wie vor hoch. Nach Angaben der Bundesbank konnten Verbraucher bei 94 Prozent ihrer Einkäufe vor Ort bar bezahlen. Zudem halten 80 Prozent der Befragten die Möglichkeit, weiterhin mit Bargeld bezahlen zu können, für wichtig.  

Dies macht deutlich: Die Diskussion sollte nicht als „Bargeld gegen digital“ geführt werden. Vielmehr wünschen sich Verbraucher Wahlfreiheit bei der Auswahl ihrer bevorzugten Zahlungsmethode.

Mobile Payment gewinnt deutlich an Bedeutung 

Wie dynamisch sich der Zahlungsverkehr verändert, zeigen die aktuellen Zahlen des EHI Retail Institute. Demnach entfielen im Jahr 2025 bereits 19,3 Prozent aller unbaren Zahlungen im stationären Handel auf mobile Bezahlverfahren. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 12,8 Prozent. Damit wird inzwischen nahezu jede fünfte bargeldlose Zahlung per Smartphone oder Smartwatch durchgeführt. 

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Verfügbarkeit digitaler Wallet-Lösungen. Darüber hinaus hat die Öffnung der NFC-Schnittstelle auf dem iPhone zusätzlichen Wettbewerb und neue Nutzungsmöglichkeiten für mobile Bezahldienste geschaffen. 

Parallel dazu werden inzwischen fast neun von zehn Kartenzahlungen kontaktlos ausgeführt. Das verdeutlicht, wie stark digitale und komfortable Zahlungsprozesse den Handel prägen.  

Der Handel setzt zunehmend auf Kartenzahlungen 

Die EHI-Studie zeigt außerdem, dass der Umsatzanteil der Kartenzahlungen im Einzelhandel weiter wächst und inzwischen 65,1 Prozent erreicht. Bargeld kommt nach Umsatz auf 32,3 Prozent. Die Girocard bleibt mit 40,5 Prozent Umsatzanteil das wichtigste einzelne Kartenzahlungsverfahren im deutschen Handel. Gleichzeitig gewinnen internationale Debitkarten von Visa und Mastercard zunehmend an Bedeutung. 

Betrachtet man die Umsätze, dominieren Kartenzahlungen damit inzwischen deutlich den stationären Handel. Bei der Anzahl der Einkäufe ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Hier liegt Bargeld mit 50,5 Prozent aller Transaktionen weiterhin knapp vor Kartenzahlungen mit 48,1 Prozent. Der Abstand wird jedoch von Jahr zu Jahr kleiner. 

Was bedeuten die Ergebnisse für Banken, Handel und Wertdienstleister? 

Die Ergebnisse von Bundesbank und EHI zeichnen gemeinsam das Bild eines hybriden Zahlungsverkehrs. Während über alle Alltagszahlungen hinweg inzwischen mehr Transaktionen bargeldlos als bar abgewickelt werden, bleibt Bargeld insbesondere im stationären Einzelhandel weiterhin relevant und liegt bei der Anzahl der Einkäufe noch knapp vorne. Gleichzeitig gewinnen bargeldlose und mobile Zahlungsverfahren kontinuierlich an Bedeutung und bauen ihre Marktanteile weiter aus. 

Für Banken, Handelsunternehmen und Wertdienstleister bedeutet dies, dass beide Welten zuverlässig funktionieren müssen. Verbraucher erwarten sowohl moderne digitale Bezahlmöglichkeiten als auch eine flächendeckende und sichere Bargeldversorgung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Effizienz und Wirtschaftlichkeit entlang der gesamten Bargeldlogistik. 

Digitalisierung unterstützt auch den Bargeldkreislauf 

Während sich das Bezahlverhalten verändert, steigen die Anforderungen an die Steuerung von Bargeldprozessen. Transparenz, Effizienz und Verfügbarkeit gewinnen entlang der gesamten Bargeldlogistik an Bedeutung. 

Digitale Lösungen helfen dabei, Bestände, Transporte und Zahlungsströme effizient zu steuern und gleichzeitig den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren. So lassen sich Bargeldprozesse genauso modern und datengetrieben organisieren wie digitale Zahlungsverfahren. Mit Lösungen wie ALVARA Interactive Cash Control (ICC) und Pecunia unterstützt ALVARA Banken, Handel und Wertdienstleister dabei, den gesamten Bargeldkreislauf transparent und effizient zu managen. Grundlage dafür ist die digitale Steuerung und Dokumentation von Bargeldprozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Fazit 

Die aktuellen Studien zeigen, dass sich das Zahlungsverhalten in Deutschland weiter verändert. Betrachtet man alle Alltagszahlungen, werden inzwischen mehr Transaktionen bargeldlos als mit Bargeld durchgeführt. Im stationären Einzelhandel zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild: Während Kartenzahlungen den größten Umsatzanteil erzielen, wird bei der Anzahl der Einkäufe weiterhin etwas häufiger bar bezahlt. 

Mobile Payment gewinnt zugleich deutlich an Bedeutung und entwickelt sich zunehmend zu einer etablierten Bezahlmethode im Handel. 

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Verbraucher keine Entscheidung zwischen Bargeld und digitalen Verfahren erwarten, sondern die freie Wahl ihrer bevorzugten Zahlungsmethode. Für Banken, Handel und Wertdienstleister bedeutet dies, beide Welten zuverlässig miteinander zu verbinden und die zugrunde liegenden Prozesse effizient und transparent zu gestalten. 

Bargeldmanagement effizient steuern 

Die Anforderungen an Banken, Handel und Wertdienstleister steigen kontinuierlich. Mit den digitalen Lösungen von ALVARA schaffen Sie Transparenz entlang des gesamten Bargeldkreislaufs, optimieren Prozesse und behalten jederzeit den Überblick über Bestände, Transporte und Geldbewegungen. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Bargeldprozesse optimieren.